Veröffentlicht am 7. Juni 2016 von Cindy Waldinger

Webinale 2016 – unser Rückblick

Vom 29. Mai bis zum 2. Juni fand in Berlin die webinale 2016 statt. Die webinale bezeichnet sich selbst als holistic web conference” und bietet branchenübergreifenden Wissenstransfer, Inspiration und Erfahrungsaustausch rund um die Themen Web, Design, Umsetzung und Marketing. Für uns hat die Teilnahme fast schon Tradition und so waren wir, wie bereits angekündigt, auch in diesem Jahr mit gleich zwei Talks vertreten. Den Besuch der einen oder anderen Session wollten wir uns natürlich ebenfalls nicht nehmen lassen.

Zwei Speaker, zwei Tage. Daher waren wir, d.h. David Paschke und ich (Cindy Waldinger) am Montag und am Dienstag auf der webinale unterwegs.

Montag, 30.05.2016

Gleich am ersten offiziellen Konferenztag wurde es ernst für uns: der Tag startete mit Davids Vortrag Visualisierte Daten und Informationen – vom Notebook bis zur Smartwatch direkt nach der Keynote.

Davids Vortrag drehte sich – wie der Titel schon erahnen lässt – um zwei große Themen: Visualisierung und Multi Device Experience. Mit einem passenden Beispiel eröffnete er seinen Vortrag – jeder benutzt täglich Systeme, die genau auf diesen Prinzipien basieren: z.B. Google Maps.

Anschließend erläuterte er die möglichen Zusammenspiele zwischen den typischen Geräten Computer, Tablet, Smartphone und Smartwatch anhand verschiedener Best-Practice-Beispiele.

Vortrag David 2

Der folgende Exkurs führte in das Thema Datenvisualisierung und Infografiken – was sind eigentlich Daten, was sind Informationen und wie generiert man Wissen daraus?

Und damit ging es schon in den Hauptteil – David hat ein Beispiel eigens für den Vortrag entwickelt. Für einen fiktiven Online-Händler sollte ein Dashboard geschaffen werden, das alle verkaufsrelevanten Daten übersichtlich und immer dabei – von der Smartwatch bis zum Notebook – bietet. David führte anschaulich vor, warum man eben nicht immer ein Kreisdiagramm benutzen sollte und so entstand nach und nach das fertige Dashboard. Abschließend gab er den Zuhörern verschiedene Regeln mit auf den Weg, die man beachten sollte, wenn man ein solches System für Smartphone, Smartwatch und Co. konzipiert.
https://twitter.com/webinale/status/737212649411334144


Doch natürlich wollten wir nicht nur selbst einen Vortrag halten, sondern auch die anderen Sessions besuchen. Besonders gefallen haben uns an diesem Tag folgende Vorträge:

  • „Culture Clash” von Andreas Schauer, in welchem die digitale Transformation und die darausfolgenden gesellschaftlichen Veränderungen im Bezug auf Mensch und Unternehmen vorgestellt wurden. Besonders spannend: bei aller Digitalisierung findet mittlerweile wieder eine Rückbesinnung auf das Analoge statt. Sei es durch den Hipster mit der Polaroid-Kamera oder eine Auszeit aus den Social Media Kanälen mittels „Digitalem Detox“.

  • Sowie „Appetite for Disruption”. Mathias Keswani stellte disruptive Technologien anhand aktueller Projekte vor. Von VR, über AR bis hin zu Weihnachtsmailings mit „Last Chrismas” von Wham! war eine spannende Bandbreite und auch jede Menge Spaß mit dabei. Der Vortrag gab den Impuls, besonders an das Management, auch mal den „Kopf aufzumachen und einmal zu schauen, wie das funktioniert“, denn mit Innovationen werden die Märkte der Zukunft gestaltet und es nützt nichts sich vor ihnen zu verschließen. So hat Gottlieb Daimler einmal gesagt „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.“ – aus heutiger Sicht wissen wir, was für eine fatale Fehleinschätzung das war.

https://twitter.com/pixelfunk/status/737297825772363776

Den Tag ausklingen lassen haben wir bei der Welcome Reception im Unicorn Berlin. In urigen Räumlichkeiten wie sie wohl nur in Berlin zu finden sind, war bei Speis’ und Trank genug Zeit für angeregte Gespräche mit anderen webinale-Teilnehmern. Ein wirklich schöner Rahmen für eine Abendveranstaltung. Viele nette und aufgeschlossene Menschen und wirklich (unglaublich) leckeres Essen!

Dienstag, 31.05.2016

Vortrag Cindy 1

Um 9:30 Uhr startete meine Session zum Thema „Small Usability for Start-Ups”. Trotz der doch recht frühen Stunde war der Raum gut gefüllt. Mein erklärtes Ziel war es, den Teilnehmern zu vermitteln, dass Usability nicht nur ein großes, teures Paket sein muss, sondern man auch mit kleinen Methoden viel erreichen kann. Dies ist natürlich besonders für Start-Ups, bei denen das Budget begrenzt ist, von Vorteil.

Vortrag CIndy 2

Spannend war es daher für mich zu hören, wie viele der Teilnehmer denn tatsächlich aus Start-Ups kamen. Eine kurze Umfrage zu Beginn ergab: knapp die Hälfte! Doch auch alle anderen können von diesen kleinen Usability-Methoden profitieren, beispielsweise Unternehmen, die Usability ersteinmal „ausprobieren” möchten und die Sicht des Nutzers noch nicht fest in ihre Prozesse integriert haben. Denn dabei zählt gar nicht so sehr, wie groß die Methode ist. Hauptsache ist, man bindet seine Nutzer überhaupt in irgendeiner Form ein. Um es mit den Worten von Jacob Nielsen zu sagen „Bad user-testing beats no user-testing.” Wie so ein Vorgehen aussehen kann, erklärte ich an einem gemeinsamen Projekt mit dem Magdeburger Start-Up Kilenda, bevor ich meine Teilnehmer dann mit der Aufforderung “Just do it!” in die nächsten Sessions entließ.

Vortrag Cindy 3

Für weitere Informationen rund um das Thema Usability hatten David und ich unsere allseits beliebten Leitfäden mit dabei.

Den Rest des Tages haben wir mit dem Besuch weiterer Sessions verbracht. Besonders gefallen haben uns:

  • „No Excuses User Research” von Lily Dart, welcher in eine ganz ähnliche Kerbe wie mein Vortrag schlug. Sie stellte verschiedene Ansätze vor, den Nutzer trotz erschwerter Research-Bedingungen miteinzubeziehen. So stellte sie beispielsweise Support-Tickets als effektive Methode um ohne großen Aufwand trotzdem eine Menge über die eigenen Nutzer und deren Probleme zu erfahren. „User research is the cure for opinion-driven design“ – ich konnte ihr nur zustimmen!
  • David gefiel sehr der Vortrag von Markus Bokowsky und Klaus Ceynova, die über den BSB Navigator – Eine Beacon-basierte Indoornavigations-App für die Bayerische Staatsbibliothek“ berichteten. Beacons sind kleine Sender, die einfach ein Signal aussenden – sind mindestens drei Beacons in einem Raum vorhanden, kann vom Empfänger (z.B. einem Smartphone) die Position innerhalb des Raumes errechnet werden und somit auch zur Navigation verwendet werden. Vor allem die Lessons Learned bei einem solchen Großprojekt waren spannend – Probleme, die erst in der Praxis auftreten: Kann man einen Beacon noch identifizieren, nachdem er von der Wand gefallen ist und von einem Besucher auf einem Fensterbrett abgelegt wurde? Dafür wurden banale, aber hilfreiche Lösungen zusammen mit den Beacon-Herstellern entwickelt – z.B. indem ein scanbarer Code oder eine Nummer auf die Rückseite gedruckt wird. Auch die Einblicke in die App und die vielen sich ergebenden Fallstricke während der Umsetzung waren sehr aufschlussreich.

  • Davids letzter Session-Besuch war „Golden Start-Up-Videos“ von Jan Heilig – eine tolle Zusammenstellung von Videos, die auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlen. Deutlich wurde, dass diese Start-Up-Videos ganz anders funktionieren als klassische 30-Sekünder im Fernsehen. Zum einen können sie sich sehr viel mehr Zeit nehmen, ein Produkt zu erklären. Zum anderen sind sie viel stärker auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet und können somit z.B. mit einem speziellen Humor spielen, der nur eine bestimmte Nutzergruppe und nicht die breite Masse anspricht. Wir sind Fans dieses Formats und hoffen, dass es im nächsten Jahr viele weitere intelligente und spannende Videos zu sehen gibt!

https://twitter.com/pixelfunk/status/737663793514348544

Fazit

Am Dienstagabend war die webinale für uns schon wieder vorbei. Für uns mitnehmen konnten wir viele interessante Begegnungen und neuen Input. Das Publikum auf der webinale war sehr gemischt (vom Entwickler bis hin zum Marketingleiter war alles vertreten), was uns einen guten Blick über den eigenen Tellerrand ermöglicht hat. Generell war das Niveau aller Vorträge sehr hoch und die Auswahl gut. Webinale – wir kommen gerne wieder!

Wart ihr auch auf der webinale mit dabei? Welche anderen Veranstaltungen werdet ihr dieses Jahr noch besuchen? Wir freuen uns auf Euer Feedback, entweder in den Kommentaren ↓ oder wir lesen uns auf twitter @ucdplus