Veröffentlicht am 5. Februar 2015 von Florian Bäthge

Android 5.0 Lollipop – ein Smartphone-Leckerbissen

Egal ob Frühaufsteher oder Langschläfer – wenn wir morgens den Träumen entrissen werden, geht für immer mehr Menschen der erste Griff zum Smartphone oder Tablet. Wir informieren uns, was unsere Freunde machen, suchen Unterhaltung, lesen Nachrichten – wir leben zunehmend digital.

Wenn wir uns die Welt der Smartphones genauer ansehen, kommen wir an einem Begriff nicht vorbei: Android! Was soll man auch erwarten, immerhin nutzen mittlerweile über eine Milliarde Menschen weltweit ein mit dem von Google entwickelten Betriebssystem betriebenes Gerät. Diese starke Verbreitung von Smartphones eröffnet Unternehmen zunehmend Möglichkeiten, denn sie erleichtert die Erreichbarkeit für immer mehr potenzielle Kunden und Nutzer und kann erheblich dabei helfen, Prozesse zu optimieren, indem man diese digitalisiert.

Android 5.0 „Lollipop“

Google Play Store im Material Design

Google Play Store im Material Design

Neuester Meilenstein in der Android-Geschichte ist ohne Frage die Version 5.0 mit dem Namen „Lollipop“, welche im Oktober vorgestellt wurde und aktuell auf etliche Android-Geräte verteilt wird. Da sich unter unseren Testgeräten auch Smartphones befinden, welche die neue Version bereits erhalten haben, kann ich nur sagen, dass diese „Süßigkeit“ wirklich ein richtiger Leckerbissen ist!

Die neueste Version erweitert das gesamte Android-Ökosystem um etliche Bereiche, bringt moderne Funktionalitäten und ein komplett neues Erscheinungsbild mit, welche die Plattform offensichtlich gut für die kommende Zeit rüsten sollen, für eine zunehmend digitalisierte Welt, in welcher wir täglich mit einer Vielzahl von Geräten und Medien interagieren. Dieser Artikel soll die wichtigsten neuen Features beleuchten.

 

Einzug in alle Lebensbereiche

Eine besonders große Neuerung in Android ist dessen Ausdehnung in viele Bereiche des Lebens. Mit Android Wear soll in den nächsten Jahren der Markt für Wearables, also smarte Armbanduhren und andere tragbare Geräte erobert werden. Auch auf den Fernseher wagt sich Google mit Android TV und versucht so, auch im Wohnzimmer weiter Fuß zu fassen. Doch nicht nur zu Hause möchte Android an Bedeutung gewinnen. Mit dem Projekt Android Auto soll es in Zukunft möglich sein, komfortabel während der Autofahrt das Handy mit dem Entertainment-System zu verbinden, um so beispielsweise per Freisprecheinrichtung Anrufe entgegenzunehmen oder mittels Smartphone durch den Verkehr zu navigieren.

Material Design – eine neue Designsprache

Um auf all diesen verschiedenen Plattformen eine einheitliche und konsistente Nutzererfahrung zu bieten, wurde mit Android 5.0 auch die Oberfläche komplett überarbeitet und eine plattformübergreifende Designsprache entwickelt – das Material Design.

Material Design beschreibt ein flaches Design ohne Verläufe oder ähnliche Elemente. Vielmehr bestehen die Benutzeroberflächen aus einer oder wenigen Ebenen und heben durch Schattenwürfe ausgewählte Elemente hervor, als würden diese über dem Rest der Anwendung schweben. Dies ermöglicht eine bessere Steuerung der Aufmerksamkeit des Nutzers.

Weiterer Grundgedanke des Material Designs ist die Anwendung von Animationen sowohl bei Übergängen als auch zum Feedback bei Nutzereingaben oder -aktionen. Die Oberfläche der App wirkt dadurch deutlich natürlicher, da in der normalen Welt die meisten Elemente auch nicht plötzlich erscheinen oder verschwinden.

Auf Basis dieser neuen Designrichtlinien soll es nun Entwicklern deutlich einfacher möglich sein, eine intuitive und immersive Benutzererfahrung zu generieren und mit den gleichen gestalterischen Grundelementen auf verschiedenen Plattformen arbeiten zu können. Google bietet diese Designbausteine nicht nur für Android an, vielmehr können zukünftig auch Webanwendungen erstellt werden, welche den gleichen gestalterischen Grundaufbau verwenden und so für den Nutzer intuitiver zu bedienen sind.

Unter anderem bietet die neue Design-Library auch die Möglichkeit, einfacher das firmeneigene Branding anzuwenden, da durch die Nutzung von Farbpaletten schnell und einfach die Grund- und Akzentfarben der App verändert werden können. Dies hilft auch beim Styling von Benachrichtigungen und anderen UI-Elementen, welche man nun zwar auf das Branding angepasst, aber dennoch im nativen Android-Stil bereitstellen kann. Dies vereinheitlicht die Benutzeroberfläche und lässt die App noch intuitiver mit anderen zusammenarbeiten.

Das neue Material Design kann als Theme einfach für unterstützte Geräte aktiviert werden und ermöglicht durch die Android Support Libraries auch das Anpassen der App für ältere Android-Versionen. Dies vereinfacht auch die Entwicklung enorm. Auf der Android-Developer-Seite gibt es etliche Hinweise zur Nutzung der neuen Designsprache.

Benachrichtigungen, Multitasking, ART-Runtime und vieles mehr

Doch nicht nur rein optisch bringt Android viele Neuerungen, auch durch neue Funktionalitäten punktet das Betriebssystem. Beispielsweise können nun Benachrichtungen direkt auf dem Lock-Screen gezeigt werden. Auch das Multitasking wurde stark verbessert, da einzelne Dokumente in Apps nun auch getrennt in der Übersicht angezeigt werden, um schneller zwischen geöffneten Dokumenten, Webseiten, Emails oder Notizen wechseln zu können.

Auch kann das Smartphone oder Tablet nun von mehreren Benutzern mit jeweils eigenen Profilen verwendet werden, um beispielsweise berufliche und private Nutzung voneinander zu trennen. In der neuen Version können auch direkt Arbeitsprofile erzeugt werden, welche von einem IT-Administrator in der Firma aktualisiert werden können, um so zum Beispiel alle Mitarbeiter mit aktueller Unternehmenssoftware zu versorgen.

Eine weitere, für den Nutzer zwar unauffällige, aber doch weitgreifende, Neuerung bei Android 5.0 ist der Umstieg auf die so genannte ART-Runtime, auf welcher nun sämtliche Android-Apps laufen. Vorteil der neuen Runtime sind unter anderem verbesserte Performance. Apps laden schneller und laufen flüssiger, da Speicher schneller reserviert und freigegeben werden kann. Die meisten Apps profitieren automatisch von diesen Verbesserungen und benötigen keine Anpassungen durch Entwickler.

Des Weiteren bringt die neue Android-Version über 5000 neue APIs und Hilfsmittel für Entwickler. Beispielsweise gibt es eine verbesserte Kamera-Schnittstelle, welche es zukünftig möglich machen soll, noch bessere Kamera- und Bildbearbeitungs-Apps zu entwickeln oder auch für so genannte Augmented Reality Apps besser geeignet ist. Mit Googles neuem Project Volta ist es Entwicklern möglich, Apps noch stromsparender zu programmieren, sodass man am Ende des Tages noch mehr Akku zur Verfügung hat. Damit bietet Google den Entwicklern nun auch neue Werkzeuge, um den Akkuverbrauch der App zu messen und zu verbessern. Auch im Bereich Fitness bieten sich mit Google Fit viele neue Möglichkeiten für Fitnesstracking-Apps, welche eng mit Smartwatches und anderen Wearables zusammenarbeiten können.

Da auch immer mehr Nutzer ihr Smartphone oder Tablet zum Spielen nutzen, profitieren nun auch Spieleentwickler durch die Unterstützung von OpenGL ES 3.1 und verbesserten Audio-Schnittstellen von neuen Möglichkeiten, um das mobile Spielen noch besser zu machen und Spiele mit noch besserer Grafik zu entwickeln.

Ziel all dieser neuen Funktionen und Schnittstellen ist das kooperative Zusammenarbeiten vieler verschiedener Apps in diesem gemeinsamen Ökosystem, ganz getreu Googles neuem Android-Motto:

Be together, not the same.

Insgesamt hat Google mit Android 5.0 Lollipop ein großes und sehr vielversprechendes Betriebssystem vorgestellt, welches schon bald bei vielen Nutzern weltweit auf ihren Smartphones und Tablets laufen wird und auch zunehmend andere Lebensbereiche erreichen wird.

Wichtige Links:
Google Design-Richtlinien mit Material Design
Android Developer Dokumentation zu Android 5.0 Lollipop
Polymer-Project: Material Design für Webanwendungen