UX Camp 2014 – Zwei Dinge für eine einsame UX-Insel: Pattern libraries und das User Experience Musical

Gibt es einen Grund, an einem Sonntag früh aufzustehen? Mindestens ein Mal im Jahr, denn dann werden die Tickets für das UXcamp Europe verteilt. Kostenlos. Verschlafen darf man nicht, denn innerhalb weniger Minuten ist das Barcamp stets ausgebucht. Hat man ein Ticket ergattert, steigt die tägliche Vorfreude auf das wohl beste Barcamp des Jahres.

Begrüßung - UXcamp Europe 2014

Sessionvorstellung Tag 1 - UXcamp Europe 2014

Nach der obligatorischen Begrüßung wählte ich als Kick-Off die Session “Don’t kill UX with Brand” von Marie Schweiz. Es entbrannte eine intensive Diskussion rund um das Konfliktfeld zwischen Markenführung und User Experience. Hier zeigt sich, wie schwer es Werber offenbar immer noch haben, die UX-Kollegen als gleichberechtige Partner in Projekten zu akzeptieren.

Don't kill UX with Brand - UXcamp Europe 2014

Weiter ging es mit einem technischen Thema “Usability Requirements & Design Principles for Mobile Solutions in a Production Context“. Simon Stehle stellt Teile seiner Abschlussarbeit vor, in der er sich mit der Nutzung mobiler Devices zur Qualitätssicherung in industriellen Fertigungsprozessen beschäftigt hat. Hier diskutierten wir ausführlich die Vor- und Nachteile von klassischen Werkzeugen und mobilen Touch-Devices.

Usability Requirements & Design Principles for Mobile Solutions in a Production Context - UXcamp Europe 2014

Unser alter Kollege Wolf Brüning, aktuell bei OTTO, führte seinen 2013er Vortrag zum Thema “Pattern Library” fort und konnte von den gemachten Erfahrungen aus dem Projekt berichten. Das Team hatte mehrere komplett neue Anläufe nehmen müssen, bis das gewünschte Tool geschaffen worden war.

How to build the perfect pattern Library  - UXcamp Europe 2014

Zum Abschluss des Samstags gab es die Fortführung des UX Musicals von Holger Eggert (Telekom). Mit der guten Laune ging es dann im Anschluss direkt ins Abendprogramm, Grillfleisch-Fresskoma inklusive.

UX - das Musical Teil 2 - UXcamp Europe 2014

Da Berliner Nächte bekanntlich kurz sind, ging es mit einer grooooßen Portion Kaffee in den zweiten Session-Tag.

Kaffeekannen - UXcamp Europe 2014 Kaffeekannen - UXcamp Europe 2014

Input für Führungskräfte gab es in Kurzform bei “Leading UX Team: How I treat people in my teams” von Berka Leos Stybnar und auch noch einmal sehr fundiert und ausführlich von Mark König im “Management Bootcamp for Designers”. Viele interessante Einblicke, wie sich Kreativ-Teams in Unternehmensstrukturen integrieren lassen, ohne die hauseigenen Regeln zu weit zu biegen, aber trotzdem Kreativität und Freiheit zu erhalten.

Management Bootcamp for Designers - UXcamp Europe 2014

Mein persönliches Highlight war die Session “Video Prototyping: Practical Workshop” von und mit Lene Leth Rasmussen von loopux. Aufgabe war hier, eine mobile Anwendung mit Hilfe einer Videokamera und einem Papier-Prototypen zu testen, bzw. zu präsentieren. Eine Methode, die sich erst einmal sehr aufwändig anhört, aber dank Smartphone und integriertem Video-Schnitt sehr zügig von der Hand ging und in 20min.(!) wirklich brauchbare Ergebnisse lieferte (versuch’ das mal im Agenturalltag ^^).

Video Prototyping: Practical Workshop - UXcamp Europe 2014 Video Prototyping: Practical Workshop - UXcamp Europe 2014

Den humorvollen Abschluss lieferte, wie zuvor, wieder Eric “now you got your Twitter moment” Reiss. Dieses Mal arbeitete er sich an E-Commerce Lösungen ab.

E-Commerce Tips, Tricks + Late-Night TV - UXcamp Europe 2014

Natürlich gab es noch viel mehr Session (über 100 in mehreren parallelen Tracks), daher ist dieser Bericht nur ein kleiner Ausschnitt des UXcamp Europe 2014. Es war wie immer eine sehr lohnenswerte Veranstaltung mit sehr engagierten Organisatoren und Teilnehmern. Wir sind nächstes Jahr wieder mit dabei, keine Frage.