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Als wir im Jahr 2004 eine Studie zur Handynutzung bei 50+ Nutzer durchführten, gab es immer wieder ein Problem: Die bis zu vier Tasten unter dem Display (= Softkeys) wechselten ständig ihre Funktion, was mit steigenden Alter immer schwieriger nachvollziehbar ist. Siehe unsere Videoanalyse:
Nun hat man zur Lösung des Problems drei Möglichkeiten:
1. man baut für jede Funktion eine extra Taste
2. man verwendet einen Touchscreen
oder
3. man macht es so, wie beim neuen Motorola Rokr E8.
Das zur CES vorgestellte Handy besitzt nämlich ein (für Mobiltelefone) neues Interface. Hinter einer glasartigen Oberfläche verbergen sich zwei Displays. Eines ist davon der herkömmliche Bildschirm und das andere bildet die Tasten ab – und somit können die Tasten natürlich unterschiedliche Zustände/Funktionen abbilden. Hier gut im Video zu sehen:
Somit hat man je nach gerade laufender Anwendung eine context sensitive und somit intuitivere Bedienung. Zudem gibt es noch einen Vorteil gegenüber einem Touchscreen: die Tasten sind weiterhin Tasten und ich erhalte auch ein haptisches Feedback. (Obwohl daran schon bei mehreren Herstellern geforscht wird, dies auch bei normalen Touchscreen zu erreichen. Siehe hier).
Aber alles hat auch eine Kehrseite und so hier auch. Leider reicht nämlich bei dieser Umsetzung der Platz nicht mehr für eine Beschriftung der Tasten-Icons. Insofern müssten diese – für alle Altersgruppen – wirklich intuitiv sein. Eine schöne Aufgabe für einen Interface Designer …
PS. Mir ist natürlich klar, dass dieses Mobiltelefon für alles andere als für die Zielgruppe Senioren entworfen wurde. Es geht mir nur darum ästhetische und praktikable Bedienkonzepte zu finden, als kransteuerungsartige Gestaltungen wie sie derzeit auf dem Markt erhältlich sind:
Dazu aber noch eine Richtigstellung: Auch wenn ich nicht glaube, das ich meiner Oma mit so einem “Behindertenhandy” nach Hause kommen darf (den diese hat nicht mit 50 auf einmal ihr Gefühl für Ästhetik an der Garderobe abgelegt), auf jeden Fall habe ich größten Respekt und Hochachtung vor Dr. Khoschlessan, der es mit enormen Engagement tatsächlich geschafft hat, sein Mobiltelefon in Deutschland zu produzieren – und nun wohl auch der einzige Handyhersteller in Deutschland ist
Wir hatten uns da übrigens auch schon mal etwas überlegt …
Einfach nur telefonieren – Das Handykonzept Mono
… falls also jemand etwas Venture Capital gut anlegen möchte, bitte melden
Mehr (leider nur englische) Infos zum ROKR E8 unter direct.motorola.com/hellomoto/rokre8/
Tags: analyse, barrierefreiheit, design, display, einfach, eingabesystem, forschung, GUI, Handy, HCI, interface, MMI, mobiltelefon, nokia, schroeder-wendt, siemens, touchscreen, UID, Usability, visualisierung


Man, was hätte das herausragend sein können. Wenn ich mir jetzt noch einmal die gerade wieder durchs Netz geisternden Mobiltelefonkonzepte der Product Visionaires GmbH anschaue, ist es wirklich eine Schande, wie das mit unserem deutschen Handyhersteller zu Grunde gegangen ist.
Dazu muss man wissen, das Product Visionaires eine 2004 gegründete und 100% Tochter von Siemens Information and Communication Mobile (damals noch Siemens mobile) war, mit dem einzigen Ziel “innovative Konzepte für mobile Geräte zu entwickeln”.
In der Tat sind in den letzten Jahren eine Fülle von Konzepten entstanden, die sehr innovative Ansätze hinsichtlich Bedienung, Funktionen und Interaktion zeigen.
Auf den Seiten von www.areamobile.de findet man vier Studien die im letzten Jahr von Product Visionaires vorgestellt wurden. Wer noch weiter in die Vergangenheit reisen möchte, der kann unter www.siemensinfo.de auch noch Konzepte aus dem Jahr 2005 finden (siehe Bilder mittlere Reihe, erstes und zweites Bild).
… und wer noch einen kleinen Einblick gewinnen möchte, wie die Entwickler ihre Ideen anhand von Storyboards visualisiert haben, kann dieses auf der Firmenseite unter “Visuals” > “Storyboard” finden …
Da kann man nur sagen: “Ach, was hätte ein wenig mehr Mut bei den Entscheidern gut getan.” Die Xelibri-Serie war doch schon so ein guter Ansatz, wenn man da nur (wenigstens ein bisschen) an die Benutzerfreundlichkeit gedacht hätte …
Tags: benq, design, eingabesystem, forschung, HCI, interface, siemens, UID, visualisierung
Unter dem Namen “pro.pilot” hat Siemens VDO mal so ziemlich alles ins Auto gepackt was an Assistenzsystem nur möglich ist. Angefangen vom Spurwechselassistent, Abstandsregler, Nachtsichtsystem über Verkehrsschilderkennung bis hin zur automatische Einparkhilfe.
In einem anschaulichen Demonstrationsvideo wird gezeigt, wie all diese Systeme im Zusammenspiel funktionieren. Wirklich sehr sehenswert.
Laut eigenen Angaben will Siemens mit dieser ganzen Fülle von Systemen die immer ältere werdende Autofahrergemeinschaft unterstützten. Aber auch für die untere 60-jährigen sollen diese Systeme einen Mehrwert bieten. In diesem Zusammenhang ein sehr interessantes Zitat aus einer EU-Studie: “Wenn nur 0,6 Prozent der in der EU zugelassenen Autos Technik an Bord hätten, die ungewollte Spurwechsel verhindert, ließen sich 1.500 Unfälle vermeiden.”
Für uns Interfaceler ist dies ebenso interessant. Dadurch das mein Auto in Zukunft mehr kann, als mein jetziger PC, ich allerdings mich doch eigentlich aufs Fahren konzentrieren muss, erfordern die ganzen Systeme und Warnungen eine besonders einfache und intuitive Schnittstelle. Packen wir’s an
Weitere Infos unter: www.siemensvdo.de
Tags: Assistenzsystem, auto, display, eingabesystem, forschung, GUI, HCI, interface, MMI, siemens, UID, Usability
Wenigstens eine gute Nachricht in diesen Tagen von unserem insolventen Handyhersteller. Das Designkonzept “The Black Box” erhielt den iF Design Award in China. Wenn man sich die obigen Bilder anschaut, auch durchaus begründet. Wenn Sie dieses Modell produzieren würden, wären die Existenzängste wohl vorüber …
Auf jeden Fall hat diesen Konzept einen interessanten Ansatz, nämlich eine glatte aber berührungs- bzw. wärmeempfindliche Oberfläche, die wahlweise verschiedene grafische Interfaces darstellen kann. (Über selbiges, für ein Mobiltelefon zu verwenden, sprachen wir im übrigen auch in den letzten Wochen in unserer Agentur – tja, manche Sachen liegen einfach in der Luft). Jedenfalls können somit wesentlich komfortabler die unterschiedlichen Anwendung (Telefonieren, Nachrichten, Musik etc.) gesteuert werden.
Schon Anfang des Jahres stellt BenQ-Siemens ein Konzept namens “Ruby” vor, das diese grundsätzliche Funktionsweise beinhaltete.
Na, mich würde es jedenfalls SEHR freuen, wenn wir hier in Deutschland wenigsten einen Handy-Hersteller behalten würden.
Tags: benq, display, eingabesystem, forschung, interface, mobiltelefon, siemens, UID
In unserer losen Reihe mit Rückblicken auf “alte” Konzepte (obwohl man bei 2004 ja nicht wirklich von der weiten Vergangenheit sprechen kann), möchte ich heute kurz das Siemens PenPhone vorstellen.
Wie ich feststellen musst, ist dieses vielen doch eher unbekannt. Da ich 2004 gerade ein Mobiltelefon konzipierte, ist mir diese Cebit-Vorstellung natürlich noch in sehr guter Erinnerung. (Soweit ich weiss, wurde das Konzept sogar schon auf der Cebit 2002 inoffiziell vorgestellt)
Nicht nur die Form ist das besondere an diesem Gerät, sondern auch der fehlende Ziffernblock. Um einen Anruf zu tätigen, wird die Telefonnummer auf eine beliebige Unterlage geschrieben. Hat der Stift die Ziffern erkannt, startet man den Anruf. Auch kurze Textmeldungen können so direkt mit dem PenPhone verfasst werden. Alternativ lässt sich das Telefon über die eingebaute Spracherkennung bedienen.
Die Ziffernerkennung funktioniert quasi auf jeder beliebigen (glatten) Oberfläche. Sobald man mit der Spitze den Untergrund berührt, aktiviert sich die Funktion und eine winzige Infrarotkamera nimmt mehrere hundert Bilder pro Sekunde als Pixelmuster auf, um so die die geschrieben Zahlen oder Buchstaben zu erkennen.
Weitere Hintergrundinformationen und Spezifikationen gibt es hier: www.golem.de
Tja, und auch dieses Konzept endet traurig. Wie ja bekannt ist, wurde die Siemens mobile Ende 2005 durch BenQ übernommen, was die weitestgehende Einstellung der Entwicklung in Deutschland zu Folge hatte. Wieder mal sehr schade.
Ich bin allerdings fest davon überzeugt, das dieses Konzept eine Renaissance erleben wird, da es insbesondere für die SMS-Tip-Hasser eine sehr gute Alternative darstellt.
Tags: cebit, eingabesystem, forschung, HCI, interface, MMI, mobiltelefon, siemens, spracherkennung, UID, Usability



