You are currently browsing the monthly archive for Januar, 2009.

Wo wir schon bei sich rasant entwickelnden “Trends” sind. Auch im Bereich der “einfachen” Brain-Computer-Interfaces hat sich wieder einiges getan. Wir hatten ja schon öfters auf das System von Emotiv verwiesen, das nach ersten Ankündigungen eigentlich Ende letzten Jahres erhältlich sein sollte. Aktuell findet mal allerdings keinen Ankündigungstermin mehr auf der Webseite.
Das allerdings an dem System weiterentwickelt wurde, zeigt das folgende Video, mit einer Anwendung zur Steuerung eines Rollstuhls:



Was allerdings auch gut zu sehen ist, das für die Steuerung kaum oder besser gar nicht(!) die Messung der Gehirnströme genutzt wird, sondern viel mehr die Muskelkontraktionen. Der Grund ist, so denke ich, ganz einfach: Bisher ist keines dieser “einfachen” Systeme in der Lage, den gedanklich aktiven Gehirnteil schnell genug zu erkennen, um diesen dann in eine Bewegung umzusetzen. Gerade wenn man die Steuerung dort einsetzt, wo sie den größten Gewinn (an Lebensqualität) bringen würde, nämlich bei der Kontrolle eines Rollstuhls o.ä., kann eine Reaktionszeit von etlichen Sekunden ein böses Ende finden. Insofern müssen wir auf eine “reine” Steuerung mit Gedanken, über solche einfachen “Headsets”, um damit schnelle Aktionen auszuführen noch etliche Jahre bzw. Jahrzehnte warten.

Interessante Interaktionsmöglichkeiten bieten aber diese simplen Erkennungssysteme trotzdem. Dies hat nun wohl auch einer der großen Global Player im Spielemarkt erkannt und so will die Firma Mattel nun auch eine ähnliche Lösung auf den Markt bringen.
Laut der Webseite von NeuroSky, basiert Mattel’s Spiel wohl auf deren Entwicklungen. NeuroSky hatte im übrigen sogar noch vor Emotiv, bereits im Mai 2005, ein System angekündigt (siehe hier die englische Meldung).
Jedenfalls wurde auf der vor kurzem zu Ende gegangenen CES erstmals ihr “Mind-Control-Game” vorgestellt:



Auch Mattel lässt es sich nicht nehmen und gibt einen Erscheinungstermin für den Herbst an und einen Preis von 80 Dollar.

Ein weiteres System in dem die NeuroSky-Technologie steckt ist der “Force Trainer”. Dieser wird von der Firma Uncle Milton Industries unter Lizenz von Lucas Liscensing produziert. Und wie die Namen “Force” und “Lucas” schon vermuten lassen, geht es darum “das die Macht mit dir sein möge”. Sprich, man muss mit seinen Gedanken einen Ball in einer Röhre auf- und absteigen lassen. Mehr Infos und ein Bild dazu auf der USA Today Webseite:

Mind Wave Games

Ich lass mich dann also überraschen welche Davids oder Goliaths ihre Systeme dann wirklich mal auf den Markt bringen …

Tags: , , , , , , , ,

Auch auf die Gefahr hin, das ihr es nicht mehr hören könnt, aber es gibt mal wieder interessantes aus dem Augmented Reality Bereich. Gut, ich bräuchte ja nicht darüber berichten, aber ich bin nach wie vor der Meinung dass dies zukünftig mit einer der spannendsten Bereiche bei den Web- und Mobile-Interfaces sein wird.

Jedenfalls bin ich gerade frisch zurück aus München, wo ich einmal in die Heiligen Hallen von metaio, einen der führenden deutschen Anbieter, blicken durfte. Einigen dürften diese schon durch das AR-Buch und diverse andere AR-Projekte bekannt sein. Auch ein aktuelles Produkt der Firma ist nicht minder interessant. Denn für Lego haben diese ein Terminal realisert, bei dem man einfach die Packung vor die Kamera hält und schon erscheint in dem virtuellen Spiegelbild ein 3D-Model, das man mittels der Packung frei bewegen kann.

LEGO Augmented Reality Terminal

Denkt man an der Stelle mal ein wenig weiter, so freue ich mich doch schon auf den Lego-Katalog den ich einfach vor meine Webcam lege und mit dem ich dann ganz einfach durch die 3D-Modelle blättern und interagieren kann.

Aber nicht nur ein Pappkarton kann bei AR zur Interaktion genutzt werden, auch komplexere Formen – wie zum Beispiel ein Gesicht. So gibt es aktuell auf der amerikanischen Ray-Ban Webseite ein Programm namens “Virutal Mirror”. Mit diesem ist es möglich, in Echtzeit verschiedene Modelle des Brillenherstellers auf sein Gesicht zu projizieren.



Dieses und das Lego-Terminal sind zwei schöne Beispiele dafür, das zukünftig nicht zwingender Weise immer ein AR-Marker benötigt werden. Die Mustererkennung bei Gegenständen oder eben Gesichtern wird immer besser, auch wenn Sie heute noch nicht an die Präzision eines hochkontrastigen, schwarz-weißen Quadrates mit scharfen Ecken herankommt.

Dafür steht zwischen diesen vielen Möglichkeiten allerdings oftmals noch eine ganz andere “nutzerunfreundliche Kette von Schritten”, wie zum Beispiel das Herunterladen und die Installation einer speziellen Software. Das auch dies in Zukunft immer einfacher wird, zeigen erste Ansätze mit Plugins direkt im Webbrowser. Hier auch noch einmal ein Beispiel aus dem Hause metaio, bei dem man lediglich eine Printanzeige vor eine entsprechende Webseite halten braucht:



Eine ganze Reihe von ähnlichen Beispielen auf Flash-Basis, wurden vor kurzem zu Weihnachten von verschiedenen Agenturen präsentiert, hier mal drei Beispiele, die erste interessante Interaktionsmöglichkeiten zeigen:







Spannend sind auch erste Experimente mit physischen Verhaltensweisen, wie zum Beispiel diese Stoffsimulation:



Wenn diese Entwicklung in dem Tempo so weiter geht (und die Nutzer immer fleißig ihre Rechner upgraden ;) ) dann können wir bald mit der Konzeption völlig neuer, webcambasierter Webseitenkonzepte beginnen … aber dazu ein ander Mal mehr.

Abschließend noch ein paar Literaturtips. Leider gibt es bisher nicht so viel deutschsprachige Literatur, aber der auf Uni-Ablussarbeiten spezialisierte VDM Verlag hat schon einige Titel in seinem Portofolio siehe hier. Allerdings ist das englischsprachige Angebot bedeutend größer siehe hier

PS. Und damit ich nicht morgen schon wieder was zum Thema AR poste, hier noch ein Hinweis auf einen sehr interessanten Prototypen. Dieser ist ein wenig eine Kreuzung aus einem System von der Uni Toronto, das wir 2007 mal vorgestellt haben (siehe hier) und Wikitude (welches wir ja vor kurzem vorgestellt hatten).

Das besondere an dieser Lösung ist, dass ich meine Daten direkt auf Objekte projizieren kann. Der im letzten Jahr von Johannes Schöning an der Universität Münster entwickelte Prototyp aus einem Nokia N95, in Verbindung mit einem Aiptek mobile Projektor, hat eine Mustererkennungssoftware, so dass eine hinterlegte Landkarte “wiedererkannt” werden kann und somit zusätzliche bzw. die gesuchten Informationen auf die Karte eingeblendet werden können. Aber mehr dazu im Video:

Mehr Infos unter: www.johannesschoening.de

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

Technology Review - Februar 2009

Ich kann mich nicht erinnern, dass ein größeres deutsches Magazin “unser Lieblingsthema” mal zu einem Schwerpunkt einer Ausgabe gemacht hat. Nun ist es aber so weit und das aktuelle Heft der Technology Review befasst sich ausgiebig mit den “neuen Benutzer-Schnittstellen”. Auf etwa 15 Seiten wird dabei von Sprachschnittstellen, über Mutlitouch bis hin zu Brain-Computer-Interfaces ein guter Überblick über die aktuellen Entwicklungen gegeben. Also, in jedem Fall einen Kauf wert.

Mehr Infos unter: www.heise.de/tr/

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Thematik in einer populären Zeitschrift wieder mal so einen Stellenwert bekommt …

Übrigens, für alle die es nicht so “populärwissenschaftlich” mögen, zwei Empfehlungen für Fachmagazine

1. die deutschsprachige i-com: www.i-com-media.de

2. die englischsprachige Interactions: interactions.acm.org

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,