
Gerade noch vor zwei Wochen haben wir über Microsofts neues Interfaces-Konzept für mobile Geräte, ZenZui, geschrieben und schon ?dreht Apple den Spieß wieder um?. Denn mit dem am letzten Donnerstag veröffentlichten Patent, stellt unser kleiner Cupertinoer Erfinder ein Bedienprinzip vor, bei dem die Eingaben über die Geräterückseite erfolgen.
Genauer gesagt befindet sich auf der einen Seite das Display, auf der eine virtuelle und der Situation angepasste Tatstur abgebildet wird und auf der anderen Seite kann über eine berührungsempfindliche Fläche diese bedient werden.
Ausgangspunkt für diese Lösung waren die ?Problemzonen? des iPod. Dessen Display ist zum klein, um es als Touchscreen zu verwenden. Vergrößert man dieses zu stark, wird man dem Anspruch “einen kleinen MP3-Player zu bauen” nicht mehr gerecht. Insofern bleibt nur ein Mittelweg mit “mittelgroßer” Anzeige. Bei so einem, dann immer noch verhältnismäßig kleinen Touchscreen, werden dann jedoch viele Informationen durch die Finger verdeckt. Ergo: Die Finger ?einfach? hinter das Display legen.
Weiterer schöner Nebeneffekt: die Displays werden nicht mit Fettfingerabdrücken übersät.
Und was soll ich sagen, zu der gleichen Schlussfolgerung und einem ähnlichen Konzept sind wir auch schon vor vier Jahren gekommen. Unsere damalige PDA-Produktstudie ?symon? (siehe Bild) verfügte über ein halbtransparentes Display, auf dem ebenfalls eine, auf eine Hand optimierte und sich dynamisch anpassende Tastatur abgebildet wurde, welche man einfach über die Rückseite bedienen konnte.
Mehr (leider nur englische) Infos zu Apples Patent unter:
http://appft1.uspto.gov/…
Tags: apple, eingabesystem, forschung, HCI, interface, PDA, qwerty, schroeder-wendt, touchscreen, UID, Usability, virtuell, visualisierung


2 comments
Mai 16th, 2007 at 15:28
Marc
Tja, manche Unternehmen schaffen es halt, gute Ideen auch zu vermarkten. Aber daran haperte es in der Vergangenheit ja schon öfter bei deutschen Unternehmen, angefangen beim Fax über mp3 bis hin zum symon.
Mai 16th, 2007 at 17:53
Matthias C. Schroeder
… genau das ist auch wirklich (nicht nur) unser größtes Problem. Wir sind zwar gute Produktentwickler, haben aber nicht das Know-How dieses Produkt auch zu produzieren (- ist ja auch nicht unser Geschäftsfeld). Bleibt also nur noch diese Idee zu verkaufen. Aber an diesem Beispiel, welches deutsche Unternehmen wäre denn daran interessiert? Und ohne persönliche Kontakte eine eMail an Siemens, Apple & Co. zu senden? – Völlig aussichtslos.
Ähnliches machen wir übrigens gerade mit einem aktuellem Produkt von uns durch: http://www.handy-market.com/news/2006/45/4355.php
Welches Deutsche Unternehmen wäre dessen Produktion interessiert?
Also, das würde mich wirklich mal interessieren, ob da jemand einen Ausweg sieht?